Am 16. Januar nahm Tilly Metz, Mitglied des Europäischen Parlaments von den Grünen, an einem RailTech Masterclass-Webinar teil, um die laufenden Verhandlungen über die Kapazitätsverordnung für die Eisenbahninfrastruktur zu erörtern. Diese Verordnung zielt darauf ab, den Schienengüterverkehr in ganz Europa zu harmonisieren und zu rationalisieren, die seit langem bestehenden Herausforderungen beim Kapazitätsmanagement zu bewältigen und eine engere Zusammenarbeit zwischen den europäischen Ländern zu fördern.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Webinar
Die Notwendigkeit eines stärker harmonisierten Ansatzes
Tilly Metz betonte die Bedeutung eines einheitlichen europäischen Schienengüterverkehrssystems. Die Verordnung soll eine bessere Koordination und einen effizienteren Betrieb zwischen den Mitgliedstaaten fördern. Durch die Schaffung eines gemeinsamen Rahmens für die Schieneninfrastruktur hofft die EU, die Fragmentierung zu überwinden, die das Potenzial des Sektors beeinträchtigt hat.
Das Risiko des Nationalismus
Metz ist zwar optimistisch, was den Erfolg der Verordnung angeht, räumte jedoch ein, dass ein echtes Risiko einer weiteren Fragmentierung besteht, wenn bestimmte EU-Länder auf nationalistischere Ansätze drängen. Dies könnte zu einer Situation führen, in der die Verordnung nicht zu der dringend benötigten Harmonisierung führt und stattdessen den Schienengüterverkehr in einen uneinheitlicheren Zustand versetzt, als er es derzeit ist.
Leistungen außerhalb der EU
Eine wichtige Frage, die vom Publikum aufgeworfen wurde, war, wie die Verordnung außerhalb der EU umgesetzt werden könnte, insbesondere in Ländern wie der Schweiz, die wichtige Transitpunkte sind. Metz räumte ein, dass es schwierig sei, sicherzustellen, dass Nicht-EU-Länder ähnliche Maßnahmen ergreifen, betonte jedoch, dass eine kontinuierliche Zusammenarbeit und der Einfluss der Rolle der EU im globalen Verkehr dazu beitragen könnten, die Praktiken über ihre Grenzen hinaus anzugleichen.
Die Rolle der politischen Unterstützung
Es wurde eine Frage zu den Regierungen aufgeworfen, die entscheidend dazu beitragen könnten, den Wandel im Trilog (den Verhandlungen zwischen der Europäischen Kommission, dem Parlament und dem Rat) voranzutreiben. Metz schlug vor, dass Länder, die traditionell stark in der Logistik sind, wie Deutschland und die Niederlande, eine entscheidende Rolle dabei spielen könnten, auf echte Verbesserungen des Kapazitätsmanagements zu drängen.
Risiko des Status Quo
Die Möglichkeit, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten und der Rat eine nationalistischere Politik verfolgt, gab Anlass zu Bedenken. Metz wies darauf hin, dass bei einem Scheitern dieser Verhandlungen die bestehenden Regeln in Kraft bleiben könnten, was nicht zu den gewünschten Verbesserungen führen würde. Sie hofft jedoch weiterhin, dass die politische Dynamik die Verordnung durchsetzen wird.
Ziele für das Wachstum des Güterverkehrs bis 2030 und Ausblick auf 2035
Sollte sich die Umsetzung der Verordnung verzögern, warnte Metz davor, dass die ehrgeizigen Ziele der EU für das Güterverkehrswachstum bis 2030 möglicherweise nicht erreicht werden. Dies würde das Ziel der EU, den Schienengüterverkehr als nachhaltigere und effizientere Alternative zum Straßenverkehr auszubauen, behindern.
Im Idealfall teilte Metz eine Vision für die Zukunft: In 10 Jahren hätte die Verordnung den Schienengüterverkehr in Europa verändert. Sie würde einen reibungsloseren und effizienteren grenzüberschreitenden Verkehr ermöglichen, den Kapazitätsmanagementprozess verbessern und letztlich den ökologischen Fußabdruck des Güterverkehrs verringern.
Wiederholung des Webinars
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